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Soziale Arbeit in Post-Corona-Zeiten

Die Pandemie hat das Berufsfeld der Sozialen Arbeit beeinflusst – und viele Defizite entstehen lassen. Experten, die die AKAD mit ihrem Studiengang Soziale Arbeit ausbildet, sollten auch das Werkzeug der Digitalisierung für sich zu nutzen wissen. Denn sie kann ein Schlüssel zur Bewältigung der Corona-Folgen sein.

Symbolbild der Pandemie: Zoom-Konferenz statt physischem Treffen.
Symbolbild der Corona-Krise: die Zoom-Konferenz am heimischen Esstisch. Doch digitale Vernetzung eröffnet auch Chancen, die Pandemiefolgen zu bewältigen. Bild: Chris Montgomery on Unsplash

Die Corona-Krise hat sämtliche Lebensbereiche beeinflusst, nicht selten bestehende Probleme verschärft. Auch im Berufsfeld der Sozialen Arbeit ist das zu spüren. Viele soziale Einrichtungen mussten schließen, so dass Kinder, Jugendliche und Familien zeitweise ohne Betreuung oder Beratung waren, Sozialarbeiter*innen und Sozialpädagog*innen nicht unterstützend ihrer Profession nachgehen konnten. Bildungslücken, Zunahme häuslicher Gewalt, finanzielle und psychische Belastung sind die Folgen für viele Familien. Auch in der Suchtprävention und in der Obdachlosenhilfe war die Unterstützung nur eingeschränkt oder gar nicht möglich.

Die entstandenen Defizite aufzuarbeiten, wird seine Zeit dauern. Und es bedarf Experten, die sich dieser Aufarbeitung annehmen – Experten, die die AKAD mit ihrem Studiengang Soziale Arbeit ausbildet – Experten, die auch die Digitalisierung als Werkzeug für sich zu nutzen wissen.

Digitalisierung als Schlüssel

Ein Schlüssel zur Bewältigung der Corona-Folgen kann die Digitalisierung sein. In ihr liegt eine große Chance auch für das Berufsfeld der Sozialen Arbeit, speziell Themen wie Bildung, Erreichbarkeit der Menschen, Kommunikation und Organisation im Alltag. Wie förderlich sind beispielsweise digitale Tools für Wohnungslose auf der Suche nach einem warmen Schlafplatz in kalter Winternacht?

“Was Digitalisierung ermöglicht, ist die Vernetzung”, sagt Prof. Dr. Isa-Dorothe Eckstein, Studiengangleiterin der Sozialen Arbeit an der AKAD University. Und diese Vernetzung hilft, sich mit anderen zusammenzuschließen, eigene Communitys zu bilden, sich auch wechselseitig zu helfen und zu stützen. “Man kann sich eine solche virtuelle Vernetzung beispielsweise bei den Anonymen Alkoholikern vorstellen”, erklärt die Studiengangleiterin weiter. “Sozialarbeiter*innen nehmen hierbei dann eher die Rolle von Coaches und Moderatoren ein.” Und indem die Vernetzung Selbstkontrollmechanismen schafft, kann sie auch bei psychischen Problemen helfen.

Digitale Bildung gegen verschärfende Unterschiede

Während der Pandemie haben sich Bildungsqualitäten verschoben. Nicht alle Familien hatten die für den Distanzunterricht notwendige Geräte zur Verfügung, nicht alle Eltern konnten neben dem Job auch noch den Unterricht ihrer Kinder adäquat vertreten, ältere Menschen nicht schnell genug selbstständig an Impftermine kommen. Bildungsunterschiede wurden weiter verstärkt. Ist die Digitale Bildung eine Möglichkeit, diese stärker werdende Kluft zu verringern?

Digitale Bildung gilt als der Schlüssel zur Teilhabe an einer digitalen und modernen Welt, in Schule, Beruf und Alltag. Zum Aufgabengebiet der Sozialen Arbeit gehört, den richtigen Umgang mit digitalen Angeboten aufzuzeigen und einzuüben. Wie nutze ich als Adressat*in digitale Medien richtig, welche Gefahren muss ich für mich vermeiden, wie lerne ich mit und durch ein digitales Bildungsangebot?

“Dies gilt es durch eine ermöglichende, befähigende und aktivierende Didaktik nahezubringen”, ist Prof. Dr. Isa-Dorothe Eckstein überzeugt. Individualisierung wird durch selbstständiges Lernen unterstützt und bietet zusätzlich Möglichkeiten des Förderns und der Kompetenzerweiterung. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten für Bildung, neue didaktische Mittel, Zugang zu Wissen und dessen Verbreitungswege.

Wir sehen gelebte Digitalität im vertrauensvollen Einsatz und rückgebunden an eine entsprechende Kenntnis von Chancen und Risiken, Chancen realisierend und Risiken mindernd, als eine wunderbare Perspektive, um an Orte zu gelangen und an Zeiten anzuknüpfen, in denen Soziale Arbeit bislang noch gar nicht präsent war.

Prof. Dr. Isa-Dorothe Eckstein

“Wir sehen gelebte Digitalität im vertrauensvollen Einsatz und rückgebunden an eine entsprechende Kenntnis von Chancen und Risiken, Chancen realisierend und Risiken mindernd, als eine wunderbare Perspektive, um an Orte zu gelangen und an Zeiten anzuknüpfen, in denen Soziale Arbeit bislang noch gar nicht präsent war”, sagt die Studiengangleiterin. “Dadurch wird Soziale Arbeit wesentlich zielgenauer als das bislang der Fall war. Natürlich auch wesentlich effizienter, weil sie direkt an Problem- und Aufgabenstellungen agiert und auch wesentlich transparenter, so dass sich der Fokus auf bestimmte aktuelle Themen richten lässt.”




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