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New Work: Work-Life-Learn-Balance

Post-it Nr. 1 | Post-it Nr. 2

Wettbewerbsfähige digitale Arbeitswelt fordert neue Kompetenzen für Management und Belegschaft

Die Digitalisierung verändert die Welt, in der wir leben und arbeiten. Kreative Innovationen – aktuell beschleunigt durch die Coronakrise – führen zu neuen und ggf. bisher nicht bekannten Geschäftsmodellen. Diese Entwicklung kann ganze Branchen verändern. Die digitale Revolution transformiert dabei zunehmend nicht nur einzelne Aspekte des Berufslebens, sondern immer stärker auch die tägliche Arbeit insgesamt. Die neuen Stichworte hierzu heißen New Work oder Arbeit 4.0 und sie machen vor allem eins deutlich: In der digitalen Welt verändern sich nicht nur die Arbeitsbedingungen, es werden auch neue Kompetenzen benötigt, um die umfassenden digitalen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

In diesem Zusammenhang steht auch die gesamte Unternehmenskultur vor neuen Herausforderungen. Personaler müssen Arbeitsbedingungen neu ausrichten sowie neue Kompetenzen erkennen, entwickeln und letztendlich kontinuierlich weiterentwickeln. In diesem Kontext muss eine neue Unternehmenskultur aktiv gestaltet werden.

Lebenslanges Lernen wird vom Schlagwort zur grundlegenden Anforderung

Der Begriff New Work ist ein moderner Begriff, der viele Facetten aufweist. Welche Kompetenzen gewinnen in Zeiten von New Work immer mehr an Bedeutung? In diesem Zusammenhang ist zu betonen, dass die Beschleunigung der Digitalisierung wahrscheinlich auch zu einer beschleunigten Änderung der erforderlichen Kompetenzen im Arbeitsalltag führt. Zukünftig werden voraussichtlich Kompetenzen wie adaptives und transdisziplinäres Denken, soziale Fähigkeiten wie Kommunikation, soziale Intelligenz und Kollaborationsfähigkeiten neben den berufsspezifischen Kompetenzen benötigt. Entsprechend finden sich in der Literatur und Praxis aktuell eine Vielzahl neuer Kompetenzmodelle, die versuchen, diese Entwicklungen aufzunehmen und zu strukturieren.

So unterteilen der Stifterverband und McKinsey die zukünftig erforderlichen Kompetenzen (Future Skills) beispielswiese in nicht digitale Schlüsselkompetenzen, digitale Schlüsselkompetenzen sowie technologische Spezialfähigkeiten. Die einzelnen Bereiche werden anschließend weiter in einzelne Kompetenzen und Fähigkeiten unterteilt. Sowohl an diesem als auch an anderen Kompetenzmodellen wird immer wieder deutlich, dass das lebenslange Lernen zum Dreh- und Angelpunkt der neuen Arbeitswelt wird. Dabei zeigt sich, dass gerade die Digitalisierung eine Verschiebung der Kompetenzen und Fähigkeiten verursacht. Gleichförmige und gut strukturierte Abläufe werden zukünftig nicht mehr auf menschliche Aktionen angewiesen sein, sondern können automatisiert erfolgen. Sie ermöglichen aber auch eine zunehmende Integration des Lern-prozesses ins Arbeits- und Privatleben. So wie die Grenzen zwischen Arbeit und Privatem verschwimmen, werden sie auch im Bereich des Lernens immer stärker verschwimmen, hin zu einer individuellen Work-Life-Balance.

Post-it Nr. 3

Work-Life-Balance vs. Work-Life-Blending

Ein zentrales Thema von New Work ist ein neues Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben. Der Grundgedanke von Work-Life-Balance ist die klare Trennung zwischen Arbeit und Privatleben. Arbeit und Freizeit sollen dabei symbolisch im Gleichgewicht sein. In Zeiten von New Work vermischen sich diese Bereiche jedoch immer mehr. Dann spricht man von Work-Life-Blending (englisch to blend=vermischen). Die Übergänge zwischen Arbeit und Freizeit vermischen sich. Mitarbeiter und Führungskräfte genießen die zeitliche und örtliche Flexibilität, die sich durch die neuen Möglichkeiten bieten, sind dadurch aber zunehmend auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten und -tage erreichbar.
Ob Work-Life-Blending das bisherige Verständnis von Work-Life-Balance verdrängen wird, wird die Zukunft zeigen.

Veränderungen erkennen und sich vorbereiten

New Work ist unbestritten ein populärer Begriff. Letztendlich bleibt aktuell noch unklar, in welcher Geschwindigkeit und wie tiefgehend New Work die Arbeitsplätze in Zukunft verändern wird. In diesem Kontext ist auffällig, dass oftmals die Einstellungen und Erwartungen der Beschäftigten zu wenig im Mittelpunkt der Diskussion stehen. Ist New Work ein Generationsthema der Generation X, Y oder Z? Wie gehen ältere Beschäftigte damit um? Oder: Was denken die Gewerkschaften? Hier gibt es noch zu wenig Konkretes. Ferner wird immer wieder deutlich, dass viele Beschäftigte eine deutlich abgeschwächte Geschwindigkeit bei der Umsetzung von New Work erwarten. In Befragungen wird u. a. immer wieder die Einstellung postuliert, dass auch dieser Wandel vorbeigeht. Das heißt, New Work muss noch viel stärker als bisher erklärt und diskutiert werden. Kein Wandel – auch nicht New Work – wird „über Nacht“ Einzug in Unternehmen halten. Gleichwohl dürfen Führungskräfte sich hierauf nicht ausruhen. Ganz im Gegenteil: Neue Technologien wie Künstliche Intelligenz erreichen Unternehmen viel schneller als gedacht. Alle sind daher aufgefordert, sich aktiv mit dem Thema New Work auseinanderzusetzen, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und sich entsprechend vorzubereiten.

Ein Beitrag von Prof. Dr. Wolfgang Bohlen und Prof. Dr. Daniel Markgraf

Prof. Dr. Wolfgang Bohlen ist Studiendekan der School Business Administration and Management, Professor für Personalwirtschaftslehre und Organisation, Studienleiter für den Bereich Personalmanagement sowie Leiter des Studiengangs Talentmanagement an der AKAD University. Auch ist er im Expertenteam Talentmanagement Award des Handels-blatts. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre, einem MBA im Bereich Bildungsmanagement und einer Promotion arbeitete er zunächst viele Jahre als Personalreferent. Anschließend war er über zehn Jahre als selbstständiger Personal- und Organisationsentwickler tätig. Seit 2011 ist er Professor an der AKAD University.

Prof. Dr. Daniel Markgraf ist Prorektor für Forschung und Digitalisierung sowie Direktor des Instituts IDEA (Institute for Digital Expertise and Assessment) an der AKAD University und hat dort darüber hinaus die Professur für BWL mit den Schwerpunkten Marketing, Gründungs- und Innovationsmanagement inne. Neben allen Bereichen des Marketings interessiert er sich vor allem für die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung und deren Einfluss auf Innovationen, Geschäftsmodelle und Menschen. Er ist außerdem als Berater, Redner und Autor tätig und sitzt dem Aufsichtsrat der foundervision AG vor.

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