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Der Weg in die digitale Transformation – Gespräch mit Hanna Beck

Das Thema Digitale Transformation brennt. Und die Pandemie ist Brandbeschleuniger. Warum die Corona-bedingten Schnellschüsse aber nicht unbedingt gut sind und was man sonst noch so beachten sollte, verrät uns Hanna Beck. Die AKAD-Alumna ist nach ihrem Master-Abschluss in Global Management and Communication als Beraterin für digitale Transformation tätig. Im Nachgang zu ihrem AKAD Connect-Webinar hat sie uns ein paar Fragen beantwortet.

Liebe Frau Beck, warum brennt das Thema Digitale Transformation so?

Viele Unternehmen sägen so viel und so schnell, dass sie keine Zeit haben ihre eigene Säge zu schärfen. Was ich damit meine? Es ist häufig so viel zu tun, dass keine Zeit bleibt sich im Tagesgeschäft über die langfristige Ausrichtung des Unternehmens Gedanken zu machen. Aufgrund von nicht vorhandenen Ressourcen und der Angst, etwas falsch zu machen, machen Unternehmen häufig nichts.

Hanna Beck

Welche Rolle spielt dabei eigentlich die Corona-Pandemie? Sie hat die digitale Transformation in vielen Unternehmen beschleunigt, die Bitkom sprach im Frühjahr von einem „Digitalisierungsschub“, bestätigte ihn kürzlich wieder. Aber wie ist der Status quo Ihrer Erfahrung nach? Und wie nachhaltig ist ein schnelles Digitalisieren?

Das stimmt – den Digitalisierungsschub gab es. Vor allem im Hinblick auf das Homeoffice. Allerdings hat dieser Schub auch dazu geführt, dass schnell eine Lösung gesucht wurde und oftmals ist die schnelle Lösung nicht die beste. Ein Teil von mir freut sich, dass digitalisiert wurde. Der andere Teil würde gerne bessere, professionellere und komfortablere Lösungen nachziehen. Die schnelle Digitalisierung hat vor allem das Silodenken der einzelnen Abteilungen sehr stark gefördert. Die gesamtheitliche Betrachtung bleibt bei solchen Schnellschüssen oft auf der Strecke.

Digitalisierung als ganzheitliches Projekt

Quelle: dsNEXT

Sie sprechen sich deshalb auch für einen ganzheitlichen Ansatz der digitalen Transformation aus, wie Sie in unserem “Lunch & Connect”-Webinar den Teilnehmerinnen und Teilnehmern bereits vermittelt haben. Was genau verstehen Sie darunter?

Viele denken direkt an Software, wenn sie über Digitalisierung sprechen. Allerdings ist die digitale Transformation viel mehr. Es gibt vier Aspekte, die bei jedem Digitalisierungsprojekt berücksichtigt werden sollten:

  1. Führung: Die Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit klarer Kommunikation und gutem Change Management führen. Das bedeutet, dass die Mitarbeitenden abgeholt und informiert und auf die Veränderung vorbereitet werden.
  2. Skills der Mitarbeiter: Durch die Führung sollte individuell auf jeden Mitarbeitenden eingegangen werden, auf Ängste und Wünsche. Durch Schulungen sollte der Mitarbeitende alles an die Hand bekommen, was er oder sie braucht um seinen/ihren digitalen Arbeitsalltag bewältigen zu können.
  3. Unternehmenskultur: Die richtige Unternehmenskultur schafft das passende Mindset für eine weitreichende Veränderung wie die Digitalisierung.
  4. Erst wenn das Fundament aus weichen Faktoren geschaffen wurde – also 1 bis 3 als “Basis” stehen, kann über den Hard Skill “Tools” gesprochen werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass man immer in skalierbaren Lösungen und in Lösungen für das gesamte Unternehmen denkt.

Gutes Changemanagement begleitet die Digitale Transformation

Sie erwähnten es: Einige Arbeitnehmer haben Angst, durch die Digitalisierung ihrer Arbeit ins Abseits zu gelangen, nicht mehr gebraucht zu werden. Vielleicht könnten Sie noch einmal genauer erklären, wie Arbeitgeber/Unternehmer ihrer Ansicht nach dem Team diese Angst nehmen?

Durch gutes Change Management. Arbeit wird durch Digitalisierung anders – aber nicht weniger. Es kommt immer auf die Gesamtstrategie der Unternehmen an, ob sie tatsächlich Einsparungen in den Personalkosten realisieren sollen. In den meisten Fällen, die ich bisher betreuen durfte, ist das tatsächlich nicht so. Oft soll Mitarbeitenden die tägliche Arbeit nur erleichtert und nicht weggenommen werden. Damit bleibt mehr Zeit für die langfristige Ausrichtung beispielsweise. Die Lösung aus meiner Sicht: klare Kommunikation und regelmäßige Mitarbeitergespräche. So kann die Führungskraft Vertrauen schaffen und es bleibt weniger Platz für die Gerüchteküche.

Ein Unternehmen, das seine Prozesse digitalisiert, kann effizienter arbeiten – aber welche Chancen bieten sich noch, auch langfristig? 

Es gibt drei Stufen der Digitalisierung:

  1. Optimierung des Kerngeschäfts durch digitale Tools: Das ist die klassische Effizienzsteigerung und Kostensenkung. Auf dieser Stufe beginnt man immer. Doch irgendwann ist das Unternehmen effizient und sehr kostengünstig in den Strukturen und Prozessen. Deshalb ist es wichtig, dass man Eben 2 und/oder 3 nicht aus den Augen verliert. Die langfristige Vision des Unternehmens sollte natürlich sein, sich weiterzuentwickeln.
  2. Expansion durch Digitalisierung: Diese Weiterentwicklung kann die Expansion sein. Ich durfte bereits ein Projekt betreuen, bei dem der Vertriebsinnendienst durch die Digitalisierung enorm entlastet wurde. Die nun verfügbare Zeit investiert das Unternehmen nun für die Erschließung neuer Regionen.
  3. Neugeschäft durch Digitalisierung: Auch denkbar ist, dass man durch die Digitalisierung freigewordenen Ressourcen in ein Neugeschäft investiert. Eine neue Produktionsstrecke zur Erweiterung des Produktportfolios, Neu- und Weiterentwicklungen der Produkte oder die zusätzliche Etablierung eines Dienstleistungssektors, etc.
Quelle: dsNEXT

Mein Appell: Die langfristige Überarbeitung und Erweiterung des gesamten Geschäftsmodells nicht aus den Augen zu verlieren. Die Digitale Transformation bietet uns so viele Möglichkeiten, wir müssen sie nur nutzen.

Fernstudium und Berateralltag – perfekte Kombination

Vielen Dank schon mal, liebe Frau Beck! Eine Frage hätte ich aber noch: Wie kamen Sie überhaupt dazu, die digitale Transformation zu “Ihrem” Thema zu machen? Und welche Rolle spielt die AKAD dabei?

Ich habe nach dem Präsenz-Bachelorstudium direkt in einer Digitalisierungsberatung angefangen zu arbeiten und war dort als Kommunikations- und Projektmanagerin tätig für ein Digitalisierungsprojekt bei der adidas AG. Die Aufgaben haben mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, ich wollte mehr darüber erfahren. Deshalb habe ich nach einem Fernstudium in diesem Bereich gesucht und der Studiengang “Global Management and Communication” der AKAD hat mir am meisten zugesagt – vom Aufbau und den Inhalten. Die Beratertätigkeit brachte viel Reisezeit mit sich. Mit dem AKAD-Studium konnte ich mir meine Lernzeiten frei einteilen und meine Prüfungen überall in Deutschland absolvieren.

Würden Sie also noch einmal bei uns studieren?

Definitiv! Das einzige was ich anders machen würde: Ein Jahr früher beim California Campus Programm teilnehmen, um noch früher das Beste aus den beiden Welten Fernstudium und Präsenzstudium zu vereinen!


Über Hanna Beck

Hanna Beck hat nach dem Bachelor-Präsenzstudium in einer Digitalisierungsberatung gearbeitet mit Projekten u.a. bei der adidas AG, der Deutschen Vermögensberatung und ProSiebenSat1 Media. Das Fernstudium an der AKAD wählte sie, weil ihr Berateralltag viel Reisezeit mit sich brachte und nicht planbar war, an welchem Ort das nächste Projekt stattfindet. Nach dem Master-Abschluss an der AKAD ist sie aktuell bei dsNEXT als Beraterin für digitale Transformation tätig. dsNEXT ist die Beratermarke der Digitalagentur Die Schittigs GmbH. Die Schittigs beschäftigen sich seit über zehn Jahren mit der Programmierung von Apps, Websites, Online-Shops und Schnittstellen jeder Art. dsNEXT wurde als eigene Business Unit etabliert. Nicht nur zur Vorqualifizierung der Projekte für die Schittigs, sondern zur digitalen Vernetzung von Unternehmen. dsNEXT digitalisiert einzelne Abteilungen für Unternehmen, vernetzt verschiedene Abteilungen,  beleuchtet aber auch ganzheitliche Strategien für Unternehmen die noch auf den Digitalisierungszug aufspringen wollen.

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